Iran ist älter als seine Herrscher — und wird sie überleben.
Lange vor der Islamischen Republik, lange vor den Schahs, vor Rom und vor dem Islam gab es Persien — eine Zivilisation, die der Welt ihre erste Menschenrechtscharta schenkte, das Wort Algebra, die Verse Rumis und Hafez', die Heilkunst Avicennas und eine Gastfreundschaft, von der Reisende seit fünfundzwanzig Jahrhunderten erzählen. Diese Seite erinnert daran, wer die Iraner sind — und was die Welt am Tag des Sturzes der Diktatur wiederentdecken wird.
Ein Land so groß wie Westeuropa.
Teheran (≈ 9,5 Mio. Einw.)
≈ 89 Millionen
1.648.195 km² — 17. größtes Land der Erde
Persisch (Farsi), Aserbaidschanisch, Kurdisch, Belutschi, Arabisch, Armenisch
27 — weltweit unter den meisten
≈ 33 Jahre — junge, urbane, gebildete Bevölkerung
Die erste Menschenrechtscharta wurde auf Persisch geschrieben.
Als Kyros der Große 539 v. Chr. in Babylon einzog, ließ er eine Inschrift anbringen, die die Vereinten Nationen heute als die erste Menschenrechtserklärung der Geschichte bezeichnen. Der Kyros-Zylinder verkündet Religionsfreiheit, hebt die Versklavung der deportierten Völker auf, ordnet den Wiederaufbau ihrer Tempel an und gewährt ihnen das Recht auf Heimkehr. Eine Replik steht heute im Hauptquartier der UNO in New York.
Fünfundzwanzig Jahrhunderte später erinnern die Frauen Irans die Welt an dieselbe Lehre: Würde, Gewissen und das Recht auf ein freies Leben sind keine westlichen Importe. Sie sind durch und durch iranisch.
Algebra, Medizin, Astronomie — und das Vermessen der Erde.
Ein Volk, das seine Dichter auswendig kennt.
Im Iran rezitieren Taxifahrer Hafez aus dem Gedächtnis. Familien schlagen am Neujahrsfest seinen Diwan aufs Geratewohl auf, wie andere Kulturen heilige Schriften befragen. Ferdowsis Schahname — sechzigtausend Verse — rettete die persische Sprache durch Jahrhunderte fremder Herrschaft. Rumi ist nach manchen Zählungen heute der meistverkaufte Dichter der USA. Saadis Distichon „Die Menschen sind Glieder eines Leibes“ ist in den Teppich gewoben, der bei den Vereinten Nationen hängt.
Das persische Kino — Kiarostami, Farhadi, Panahi — feierte Triumphe in Cannes, Berlin und bei den Oscars, während das Regime seine Regisseure einsperrte. Musik, Miniaturmalerei, Kalligraphie, Teppichknüpferei und eine Küche aus Safran, Granatapfel und Rosenwasser sind lebendige Künste in jedem iranischen Haushalt.
Ta'arof, Mehmān-Navāzi und der ältere Kodex.
Der um 1500 v. Chr. in Iran gegründete Zoroastrismus schenkte der Welt eine ihrer ältesten ethischen Triaden: gute Gedanken, gute Worte, gute Taten. Dieser Instinkt lebt im iranischen Alltag weiter als mehmān-navāzi — die geradezu heilige Pflicht der Gastfreundschaft — und als ta'arof, jene feine Höflichkeit, die darauf besteht, dass der andere zuerst isst, sich zuerst setzt, zuerst geehrt wird. Von Marco Polo bis zu den Rucksacktouristen unserer Tage berichten alle dasselbe Staunen: Nirgendwo auf der Welt werden Fremde mit mehr Großzügigkeit empfangen.
Siebenundzwanzig UNESCO-Stätten. Eine Auswahl dessen, was wartet.
Ein Juwel, das auf seine Wiederentdeckung wartet.
Neunundachtzig Millionen Menschen. Medianalter dreiunddreißig Jahre. Eine der höchsten Frauen-Hochschulquoten des Nahen Ostens. Eine Diaspora, die Start-ups im Silicon Valley, Labore in Frankreich, Krankenhäuser in Deutschland und Universitäten in Australien führt. Eine Jugend, die trotz des Regimes die beste Indie-Musik, das beste Kino und die beste Software Westasiens hervorbringt.
Die Diktatur ist nicht Iran. Sie liegt nur auf Iran. Wenn sie fällt — und Iranerinnen und Iraner im Land wie in der Diaspora arbeiten jeden Tag darauf hin — wird die Welt ein Volk von außerordentlicher Wärme, Bildung, Schönheit und Anmut wiederentdecken. Die Basare von Täbris und Teheran, die Gärten von Schiraz, die Skihänge des Alborz, die bemalten Decken von Isfahan, die Stille der Lut-Wüste — alles wartet.
Diese Seite gibt es, damit der Leser nicht vergisst: Hinter jedem Namen auf der Seite Gesichter steht eine Erbin, ein Erbe von drei Jahrtausenden Zivilisation. Das sind keine Statistiken. Das sind Iraner. Und Iran wird frei sein.
FAQ
Wie alt ist die persische Zivilisation?
Die ununterbrochene iranische Zivilisation umfasst über 3.000 Jahre, von Elam und dem Achaimenidenreich (550 v. Chr.) über Parther, Sassaniden und islamische Periode bis heute.
Was ist der Kyros-Zylinder?
Eine 539 v. Chr. unter Kyros dem Großen beschriftete Tontrommel, vielfach als erste Menschenrechtscharta der Welt bezeichnet. Sie verkündet Religionsfreiheit, hebt die Versklavung deportierter Völker auf und gewährt das Rückkehrrecht.
Was haben persische Gelehrte zur Wissenschaft beigetragen?
Al-Chwarizmi begründete die Algebra; Avicennas Kanon der Medizin war 600 Jahre lang europäisches Standardlehrbuch; al-Biruni vermaß im 11. Jh. den Erdradius; Omar Chayyām reformierte den Kalender; in unserer Zeit gewann Maryam Mirzakhani als erste Frau die Fields-Medaille.
Ist eine Reise nach Iran heute sicher?
Reisen in den Iran werden derzeit von den Außenministerien wegen der Repression der Islamischen Republik abgeraten. Iranerinnen und Iraner im Land und in der Diaspora laden die Welt ein, einen freien Iran zu besuchen — ein Land, dessen Menschen, Küche und Gastfreundschaft zu den herzlichsten der Erde zählen.